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18.01.2017

Das 26. Erfurter Schachfestival - the real Weihnachtsfest.

 

Schon Tage, ja meist Wochen im Voraus steigt die Vorfreude auf dieses äußerst beliebte Event immer mehr an. Es ist nicht nur die ideale Gelegenheit, unliebsame Geschenke loszuwerden - nein, die vertraute Atmosphäre, die glanzvolle Altstadt, Hotel und Gruppengefühl sind Highlights unseres traditionellen Weihnachtsausflugs. Und ach ja, Schach wird natürlich auch noch gespielt. Was bisher stets ein Fest der kollektiven Freude war, sollte dieses Mal ein etwas bizarrer Jahresabschluss werden. Aber der Reihe nach...

Wie immer einen Tag früher angereist, wurde an jenem ersten Feiertag pflichtbewusst der Weihnachtsblues ad acta gelegt und die schönsten Dezembertage konnten beginnen. Dachte man jedenfalls. Denn Traditionen – vor allem solche, bei denen auch noch böse Gegner am Schachbrett ihre Fingerchen im Spiel haben – halten nicht ewig. Nein, nicht mal im schönen Osten der Republik.
Aber ich schweife ab... zurück zur Chronologie:


Während sich die jüngeren Talente auch am zweiten Tag noch entspannt an den kulinarischen Köstlichkeiten der angrenzenden Altstadt erfreuen durften (das Amateurturnier beginnt erst am 27.12.), mussten unsere älteren Haudegen schon ihre schachlichen Fähigkeiten in den Ring werfen. 

Tobias Völk, Alexander Franz und Jan Petermann gingen im Mittelgewicht (alias Hauptturnier) an den Start, Dominik Bachhuber wollte es wissen und nahm es mit den Schwergewichten des Meisterturniers auf.

Apropos Schwergewichte: Am ersten Tag setzte es traditionell Ohrfeigen und mit ½ aus 4 gingen unsere Talente nicht zwangsläufig glücklich ins Bett. Die Partien waren angesichts der jeweiligen klaren Außenseiterrolle aber wirklich im Rahmen dessen, was man erwarten konnte und Jan knöpfte einem der Turnierfavoriten ein grandios erkämpftes Remis ab. Auf Besserung durfte man also hoffen, nicht zuletzt resultierend aus den Erfahrungen der Vorjahre. Tradition und so. Jaja. Wir waren naiv... 

Tag 2. Oder anders gesagt: Der Anfang vom Ende.

Nein, das ist zu viel gesagt, denn nun sollten Victor und David ins Turnier starten - und das fulminant. Erstgenannter nahm sich wie schon im Vorjahr die DWZ-Größen des Amateurturniers zur Brust und zeigte beiden wo der Hammer hängt. Beinahe wäre die volle Ausbeute rausgesprungen, doch wie schon 366 Tage zuvor sollte ein Turmeinsteller die 100%-Quote vermiesen. Manche Traditionen brechen eben doch nicht so einfach. 1 aus 2. Immerhin. 


David knallte noch einen mehr raus und sicherte sich zwei aus zwei. Dabei nahm er die Nummer 6 der Rangliste unter Beschuss und zeigte der DWZ die kalte Schulter. Mit einem 5-zügigen, für den Laien vielleicht nicht ganz so offensichtlichen Matt-Finish zerlegte er den haushohen Favoriten. Schaut doch ganz gut aus und träumen ist ja erlaubt... ein bisschen zumindest. An Dienstagen ist das okay. 

Marcel startete ebenfalls ins Turnier und hatte trotz mindestens einer Gewinnstellung am Ende des Tages noch die runde „Null“ auf dem Konto. Nicht so schlimm, die Punkte sollten folgen... oder?!

Nunja, weiter im Text: Tobi nahm sich an unserem Jüngsten ein Beispiel und sicherte sich in den Runden 2 und 3 ebenso die volle Ausbeute. Dabei schickte er auch einen DWZ-Favoriten auf die Bretter und konnte bis dato mehr als zufrieden sein. Friede, Freude, Eierkuchen. Jaja, da war doch noch irgendwas...

Alex sollte auch an diesem zweiten Tag nicht so richtig in der Thüringenmetropole ankommen. Zumindest auf dem Schachbrett lief es einfach nicht rund. Selbst mit der Gewissheit klarer DWZ-Hoheit gab es in Runde 2 auf die Nuss, da helfen auch Gewinnstellungen nichts. Wenn es nicht läuft, dann läuft es bei den anderen... oder so ähnlich. ;-( 

Jan hatte in seiner zweiten Partie mindestens ein Remis auf dem Brett und schien dem Favoriten (Nummer 2 des Hauptturniers) erneut zu trotzen. Eigentlich war dieses Vorhaben auch schon geritzt, doch dann opferte sein Gegner das Läuferpaar für ein paar Bauernschwächen im Talente-Lager. Eigentlich nicht weiter dramatisch, doch in Zeitnot – und durch 1-2 Ungenauigkeiten - wurden die Bauern einen Tick zu porös. Trotz ungleichfarbiger Läufer. 

Grrrrr. Das dachte sich auch Jan und so verlor er in der dritten Partie etwas die Nerven. Übermotiviert griff er den gegnerischen König an, geriet prompt in einen Konter und musste sehr schnell die Segel streichen. ½ aus 3. Und schon klingt das Ganze nicht mehr ganz so toll wie am Vortag. Trotz starker Partien...

Domi stimmte in der Zwischenzeit fröhlichere Akkorde an, was nicht zuletzt an zwei höchst erfreulichen Punkteteilungen gegen klare Favoriten ( > 2000 DWZ) lag. Dabei wurde er zwar nicht in die Hölle geschickt, was angesichts seiner Paarung gegen Wolfgang Petri durchaus verwundern durfte, die Punkte nahm er aber natürlich trotzdem gerne mit.

Marmor, Stein und Eisen bricht, schlechte Witze aber lange nicht. Ach nein, das war ja nochmal was anderes... 

Fazit bisher: 6,5 aus 16. Zwar nicht die erhoffte Zwischenbilanz, jedoch war mit David ein Talent an der Spitze und zeigte sich dabei auch noch in guter Form. Domi, Victor und Tobi lagen bisher auch durchaus im Soll. Somit hatten wir noch alle Möglichkeiten. In alle Richtungen...
 
Tag 3. Oder: Wie ist eigentlich das Wetter?

Eine Frage, die Schachspieler eher weniger umtreibt. Aber wenn es auf dem Schachbrett nicht läuft, muss man sich eben mit anderen Dingen beschäftigen...

Die Antwort auf die Frage nach dem Wetter...

Marcel und Alex hatten einfach nicht das nötige Glück gebucht, vielleicht lag es auch am ungewohnten Verzicht auf „Junior Suite“ und damit einhergehendem Luxus. Vor allem Marcel warf eine Gewinnstellung nach der anderen über Bord – die Punkte sprangen brav hinterher. Alex stand dem (leider) in nichts nach und so lautete der Zwischenbericht der beiden wiefolgt: 0 aus 9. Autsch.

Jan erholte sich vom Vortag nur langsam und musste erneut als DWZ-Stärkerer einen vollen Punkt abgeben. Immerhin schnappte er sich in der Nachmittagsrunde mit einem schönen Mattangriff seinen ersten Sieg und schien zumindest wieder halbwegs in die Spur zurückgekehrt.  

David setzte derweil zum großen Angriff auf die Tabellenführung an, schickte seinen erneut favorisierten Gegner mehrmals in die Seile. Als er zum großen K.O.-Schlag ausholte, traf er dabei leider nur sich selbst und boxte sich die Mount-Everest-hohe Gewinnstellung noch aus der Hand. Der Gegner schnaufte tief durch und konnte sich in Zeitnot doch noch den höchst schmeichelhaften Punkt holen. Schade schade... da lag etwas in der Luft.

In der vierten Runde rehabilitierte er sich jedoch zügig und spielte seine erstmalige Favoritenrolle souverän aus. 3 aus 4. Läuft also immer noch. Trotz verpasster Chance.

„3 aus 4“ war auch das Motto bei Victor: Mit zwei grandiosen Siegen gegen stärker eingeschätzte Spieler schraubte er sein zwischenzeitliches DWZ-Plus auf weit über 200. Zudem setzte er sich mit zwei nahezu fehlerfreien Partien in der Spitzengruppe fest. Bockstark! Auch hier durfte man noch einiges erwarten. Aber Moment mal: war da nicht noch was? Wer sich zu früh freut...

Tobi musste in seine beiden Partien als minimaler Außenseiter gehen. Doch so minimal war es dann leider doch nicht, denn trotz keinesfalls schlechterer Partieanlage setzte sich am Ende die nominelle Überlegenheit durch. 0 aus 2. Oder wie es Tobi formulierte: Määäh...

Domi setzte unterdessen munter seine persönlichen Remis-Festspiele fort, im Meisterturnier und als Daueraußenseiter konnte er damit aber ganz gut leben - vorsichtig formuliert. Nach den ersten drei Tagen hatte man sich schon so ein bisschen an Understatement gewöhnt, denn in Anbetracht der Unentschieden drei und vier gegen erneute DWZ-Berge > 2000 konnte einem schon mal ein Lächeln über die Lippen rutschen. Vorsichtig, zurückhaltend und unter der Decke. Versteht sich.

Zeit für einen erneuten Blick auf den Punktezettel: 11,5 aus 32. Jaaaaa. Naja. Bassd scho – wie der Franke sagt. Somit gab es nach oben weiterhin viiiel Spielraum.

 

Tag 4. Warum schickst „du“ uns in die Hölle? Jetzt also doch...

Denn nun waren endgültig alle Dämme gebrochen und es war an der Zeit für Sarkasmus und Galgenhumor. Die diversen Sprüche hätten das Potential ein ganzes Buch zu füllen, wir fassen uns hier aber etwas kürzer:

David hatte erneut die Chance oben anzugreifen und das gelang ihm am Vormittag auch sehenswert. 200 DWZ Unterschied verpufften im Handumdrehen - unser U14-Talent schickte den Favoriten nach einer Partie mit dem Prädikat „sehr gut“ auf die Bretter. 4 aus 5. Den K.O.-Schlag dieses Mal präzise ausgeführt. Top 15. So sollte es natürlich weitergehen...

Aber na klar, da war ja noch das Erfurt-2016-Gespenst. Um es abzukürzen: Trotz lange ausgeglichener sechster Runde (und zwischenzeitlich sogar leichten Gewinnchancen) spukte in der traditionellen Zeitnotphase der besagte Geist über das Brett und ließ ein Pferdchen verschwinden. Das war nicht mehr schön zu spielen und futsch war der Punkt. 

Besonders ärgerlich: Die Niederlage gegen den späteren Viertplatzierten zeigte, was möglich gewesen wäre. ;-(   

Auch Victor konnte leider nicht mehr an die Form der Vortage anknüpfen. In den beiden Partien des Tages war leider völlig die Luft raus und die Gegner spielten ihre Qualitäten letztlich souverän aus. 3 aus 6.

Alex und Marcel hatten noch immer nicht genug und mit dem Mute der Verzweiflung gelang ihnen auch der längst überfällige erste (halbe) Punkt. Zwar wäre für beide wieder mal mehr möglich gewesen, doch erneut überflüssig zu erwähnen, dass es einfach nicht läuft, wenn es nicht läuft. 

Marcel gab in einer glatten Gewinnstellung die Partie remis, Alex sicherte sich währenddessen seinen ersten vollen Punkt. Zu Scherzen waren die beiden jedenfalls aufgelegt und tauften sich in der Folge als „dynamisches Duo“. Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Aber es kommen auch wieder bessere Zeiten, nur nicht aufgeben!

Jan (remis, Niederlage) und Tobi (Sieg, Niederlage) erging es nicht viel besser, zusammen erzielten sie ihre letzten 1,5 Punkte des Turniers. Dass es am letzten Tag dann noch einmal besser werden würde, war die letzte Hoffnung... 

So weit war es bei unserem Meisterschüler noch lange nicht, jedoch musste auch Domi nach seinem fünften Remis (erneut gegen > 2000) eine Niederlage hinnehmen. In Anbetracht der gegnerischen DWZ-Flut konnte er aber auch schon vor der Schlussrunde durchaus zufrieden mit dem Erreichten sein.

Tag 5. Oder: Hauptsache das Frühstück schmeckt.

Jaja, der krönende Abschluss auf ein schachlich äußerst durchwachsenes Turnier kommt bestimmt. Genauer gesagt um Punkt 10 Uhr – also eine halbe Stunde nach Rundenbeginn. Nach drei Turbo-Niederlagen, zwei kampflosen Niederlagen (krankheitsbedingt) und einem kampflosen Punkt (Yippie!) saß die komplette Talente-Entourage am Frühstückstisch beisammen und schüttelte kollektiv mit dem Kopf. Aber wie gesagt, immerhin das Essen schmeckte... ;-)

Der aufmerksame Leser bemerkt jedoch schnell, einer fehlte im Trauerzirkel: Domi, unser Musterknabe. 2,5 aus 7 bei sehr starker Gegnerschaft klingt schon ganz nett, 3,5 aus 8 jedoch um ein Vielfaches besser. 
Und dementsprechend engagiert ging er in seine letzte Partie:

Erneut einen 2000er vor der Flinte, erneut keine Scheu und erneut gepunktet. Doch nicht etwa Remis Numero 6, nein, der erste Turniersieg sollte es sein. Nach einem packenden Endspiel mit vielen taktischen Verwicklungen (und potentiellen Dauerschachs) setzten sich Domis Mehrbauern durch. Zum Abschluss eine Freude, das nimmt man doch gerne mit. 

Domi während seines spektakulären Schlussrundensieges - ein Lichtstrahl würdigt dies :-)

Fazit: Ohne den manchmal nötigen Hang zum Zynismus lässt sich ein solches Turnier nur schwer verkraften. Das haben alle Beteiligten auch schnell erfasst und so wurde es trotz der verständlichen Stimmungsschwankungen ein wie immer sehr schöner Ausflug nach Thüringen.

Dass unter dem Strich ein unbefriedigendes Resultat steht, darf den Blick allerdings nicht verstellen und mit David, Domi und Victor haben wir auch durchaus Positives zu vermelden. Die Entwicklung unserer Schützlinge hängt selbstredend nicht von einem einzelnen Wettbewerb ab. The show must go on!

DWZ: Insgesamt betrachtet geht die Kurve leider ein gutes Stück nach unten. Für erfreuliche Korrekturen sorgen Victor (+135), David (+108) und Domi (+40).

Schlusswort: Neustart fehlgeschlagen - Systemreparatur im Gange. ;-) 

Hier gehts zur Turnierseite... 

 

Hier gehts zum Meisterturnier...  

 

... mit Dominik Bachhuber - 3,5 aus 8 - 106. Platz (von 156)

 

Hier gehts zum Hauptturnier... 

 

... mit Tobias Völk - 3 aus 8 - 108. Platz (von 140) 
... mit Jan Petermann - 2 aus 7 - 128. Platz 

... mit Alexander Franz - 2 aus 7 - 132. Platz 

Hier gehts zum Amateurturnier... 

... mit David Zeise - 4 aus 6 - 28. Platz (von 107)
... mit Victor Scholz - 3 aus 7 - 29. Platz 
... Marcel Popp - 0,5 aus 7 - 107. Platz 


Hier gehts zu den Fotos von Klaus Steffan...


 

Alexander Kittler

Wenn nicht nur die Köpfe rauchen... 

17.10.2016

 

Die neue Spielzeit steht in den Startlöchern: Zwei unserer Talente nutzten die letzte Gelegenheit zur Saisonvorbereitung und nahmen am 15. Forchheimer Sparkassen-Open teil. Traditionell geht es in Oberfranken auf dem Schachbrett heiß zur Sache, doch die diesjährige Veranstaltung sollte nicht nur deshalb zu einer denkwürdigen werden... 

 

Tag 1: 

 

Aber der Reihe nach: Tobias Völk traf im B-Open gleich zu Beginn auf Joseph Homi von der SG Fürth - die beiden hatten es bereits im Vorfeld geahnt.

 

Nachdem in den beiden bisherigen Partien jeweils der Schwarzspieler chancenlos war, standen diesmal die weißen Figuren unter keinem guten Stern. Joseph konnte in der persönlichen Bilanz auf 2:1 erhöhen. 

 

David Zeise musste sich im C-Open mit dem späteren souveränen Turniersieger (5 aus 5) messen, was ihm zunächst auch gut gelang. Jedoch merkte man ihm die etwas längere Turnierpause an und so überlegte er für die ersten 25 Züge zu lange - in Zeitnot wurde die Stellung zu kompliziert und der Gegner fand einen eleganten Weg, Davids Königsstellung zu sprengen. 

Während er in der 2. Runde dann als Favorit in die Partie ging und diese auch dementsprechend souverän gewann, hatte Tobi eine kuriose Partie vor sich: Bauer eingestellt, Quali mehr, hinten reingedrängt, Gegenangriff, gegnerische Freibauern, welche erst kurz vor der Ziellinie gestoppt werden konnten und ein eigener Freibauer, der doch noch für die Entscheidung sorgte.

 

Mit somit 50% (oder anders ausgedrückt 2/4) gingen unsere Talente in den ersten Feierabend des Turniers. 

 

Tag 2:

 

Runde Nummero 3 sollte erneut die Hälfte der möglichen Beute für uns bereithalten: Tobi opferte erst einen Bauern und anschließend eine Qualität, wofür allerdings nur anfangs etwas Kompensation heraussprang. Sein Gegenüber - in Form von Michael Balhar kein Unbekannter - verteidigte sich geschickt und münzte den Materialvorteil in einen vollen Punkt um. 

 

David hatte es erneut mit der Favoritenrolle zu tun und wurde dieser erneut gerecht. Als der Gegner seinen Königsflügel etwas vernachlässigte, setzte unser U14-Talent zum Mattangriff an und veredelte diesen mit der Pointe Sh8+. Es sollte allerdings schon jetzt die letzte vollwertige Partie werden... 

 

Denn die vorletzte Runde musste nach nur 2,5 Stunden unterbrochen werden - Feuer! So zumindest der anfängliche Verdacht und dieser ließ in etwa erahnen, wie eine Massenpanik aussehen könnte. Glücklicherweise behielt die absolute Mehrheit die Nerven und der Turniersaal konnte zügig geräumt werden. Die wichtigste Erkenntnis des Tages: keiner wurde verletzt oder kam anderweitig zu Schaden! 

 

Die angerückte Feuerwehr gab hinsichtlich der ursprünglichen Befürchtungen Entwarnung, schickte die noch anwesenden Spieler aufgrund intensiver Rauchentwicklung allerdings vorzeitig nach Hause - Fe(u)erabend!

 

Sportlich sollte es dann am nächsten Morgen weitergehen, die noch nicht beendeten (Hänge-)Partien wurden für 08:00 Uhr angesetzt. 

 

Tag 3: 

 

Jedoch wurde nur ein Teil dieser wirklich fortgeführt, denn einige Teilnehmer einigten sich ohne weiteren Zug auf eine Punkteteilung. Dazu zählte auch Tobi, der seine Partie um sechs Uhr früh via E-Mail vorzeitig für beendet erklärte - remis. Auch das dürfte es noch nicht allzu oft in der Schachgeschichte gegeben haben... 

 

David musste unterdessen krankheitsbedingt passen und dementsprechend war der Punkt futsch. Auch die Schlussrunde verpasste er und somit ging das Turnier nach nur drei gespielten Partien mit zwei Punkten zu Ende. Schade... Da solch ein Feueralarm aber nicht gerade alltäglich ist, dürfte dies eine einmalige Ausnahme darstellen. ;-) 

 

Tobi legte zum Abschluss nochmal den Vorwärtsgang ein - mit Vollgas suchte er die Offensive, geriet dabei aber beinahe in einen Konter. Der Gegner übersah jedoch das forcierte fünfzügige Matt und überließ unserem Talent somit alle Trümpfe. Diese spielte er in der Folge gekonnt aus und schnappte sich mit seinem zweiten Sieg starke 2,5/5 gegen ausnahmslos höher gesetzte Kontrahenten!

 

Fazit: 

 

Ein denkwürdiges Forchheim-Open geht aus unserer Sicht durchaus zufriedenstellend zu Ende. Klar: David hätte gerne fünf Partien gespielt, aber auch "zwei aus drei" sind (ausnahmsweise) nicht so verkehrt, zumal es als kleinen Trostpreis noch 37 DWZ mit auf den Weg gab. Auch Tobi klettert weiterhin stur auf der DWZ-Skala nach oben (+48) und kann sich dabei wohl nur selbst stoppen. Immer weiter so! 

 

Im nächsten Jahr starten unsere Forchheimer Nachbarn dann die 16. Auflage des wie immer gut besuchten Turniers - dann hoffentlich rauchfrei. ;-) 

 

Hier geht's zum...



 

...A-Open

...B-Open - Tobias Völk - 51. Platz - 2,5/5 

...C-Open - David Zeise - 61. Platz - 2/3 

 

Alexander Kittler

Wo waren wir in der Nacht von Donnerstag auf Montag? 

16.05.2016

 

Antwort: In Karlsruhe. Mit reichlich Vorschusslorbeeren auf Stadt und Turnier machten sich mehrere reiselustige Talente und ihre fast schon traditionelle Reisebegleitung auf den Weg in die badische Metropole. So viel vorneweg: Das 1. GRENKE CHESS OPEN sollte die Erwartungen sogar noch übertreffen, Teilnehmerfeld (960!), Organisation und Turniersaal sorgten für einen überaus gelungenen Rahmen – und was aus Talente-Sicht auch nicht ganz sooo unwichtig ist: Unsere Jungs erzielten ausnahmslos sehr gute Ergebnisse.

Den ersten Tag hätte man sich dahingegen getrost schenken können, hier lief eigentlich alles schief was nur schief laufen konnte: Obwohl wir mehr als rechtzeitig gen Westen aufbrachen, gerieten wir in ein schier endloses Verkehrschaos und nach 5½ Stunden auf der Autobahn erreichten unsere Talente endlich die finale Ausfahrt. Doch damit nicht genug, denn auch in Karlsruhe selbst sollte es nicht besser werden. Gefühlt 50 Baustellen verwirrten unser elektronisches Hilfsmittel derart, dass wir zwischenzeitlich auf die gute alte Landkarte zurückgreifen mussten.

 

Höhepunkt des Desasters war ein sage und schreibe vierspuriger Kreisverkehr, in dem wir völlig den Faden verloren. Glücklicherweise lief uns genauso zufällig wie unerwartet ein bekanntes Gesicht über den Weg - ein Schachspieler aus dem Nürnberger Raum. Juche! Diesem folgten wir unauffällig, bis wir gerade noch rechtzeitig die Schwarzwaldhalle erreichten. Puh... 6 Stunden und 58 Minuten von Franken nach Baden, das dürfte einen neuen Rekord darstellen. ;-)

 

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann auch schon am Schachbrett rund, doch wie sollte es an diesem Tag anders sein, es lief auch hier nichts zusammen.

Kurzum: 0 aus 6. Rumms. Ein Tag zum Vergessen.

 

Doch wie schon angedeutet sollte das Turnier noch eine erfreuliche Wende nehmen. Die folgenden Zeilen liefern einen Überblick über den jeweiligen Verlauf unserer sechs U20-Talente:

Beginnen wir mit unserem Jüngsten, David Zeise, der sich seit dem Erfurter Weihnachtsopen auf einem sehr guten Weg befindet und auch in diesen Tagen mit 4 erreichten Punkten zu überzeugen wusste. Nach der Auftaktniederlage nahm er sich allerdings zunächst die Zeit für eine Kuriosität und akzeptierte ein Remisgebot – trotz Mehrfigur. Der Grund: David war nicht bewusst, dass er nach Ablauf der restlichen zwei Minuten noch eine halbe Stunde on top bekommen hätte... :-)  

In den restlichen Partien zeigte er wieder sein wahres Gesicht und spielte starke Partien - einzig der Umstand, dass er durch leidige Zeitnotphasen die ein oder andere Gewinnstellung verbummelte, trübte etwas die Freude. Nichtsdestotrotz erneut eine saubere Leistung, die zu einem DWZ-Plus von 66 führte! 

Weiter geht es mit unserem Besten, Jan Petermann, der unübersehbar die Freude am Schach wiedergefunden hat. Noch eine Woche zuvor beim BSGW-Open am Start (und das sehr erfolgreich), stellte er nun außerhalb der fränkisch-bayerischen Grenzen sein Können unter Beweis. Zwar schenkte auch er seinen Gegnern den ein oder anderen (halben) Punkt, jedoch knöpfte er seinen meist favorisierten Gegnern (und selbst einem Fast-2000er!) letztlich mehr als 50% der Beute ab. Und das teils erschreckend souverän! So darf es gerne weitergehen... ;-)
     Fazit: 5 Punkte; DWZ +40  

Erstmals seit langer Zeit wieder mit von der Partie war auch unser diesmal Ältester, Fabian Sammer, der zwar mit „einem halben aus vier“ in das Turnier startete, dann aber einen famosen Schlussspurt hinlegte. Die drei Niederlagen zum Auftakt waren äußerst unglücklich, denn in keiner der Partien war er so unterlegen, wie es der DWZ-Unterschied vermuten ließ.


Im Gegenteil: Er konnte mindestens mithalten und hätte wenigstens eine dieser Partien für sich entscheiden können (oder sogar müssen). Es sollte jedoch nicht sein und so schien das Turnier einen unschönen Verlauf zu nehmen. Doch in den letzten fünf Partien drehte Fabi nochmal so richtig auf und holte sich 3,5 weitere Punkte – davon zwei in den beiden Schlussrunden gegen mehr als 300 DWZ überlegene Gegner. Hut ab! Durch dieses Finish erzielte unser “Comebacker“
4 Punkte und kletterte in der DWZ-Skala um 46 Punkte nach oben.

Victor Scholz ließ sich ebenfalls nicht vom verkorksten ersten Tag beeindrucken und legte schon am darauffolgenden Morgen den Grundstein für einen erfolgreichen Verlauf. Mit letztlich vier Punkten gegen meist deutlich stärkere Gegner kann er erhobenen Hauptes vor die Türe gehen, doch irgendetwas würde nicht stimmen, wenn es nicht auch hier ein klitzekleines „ABER“ gäbe...  



Denn ganz im Gegensatz zu David spulte Vico seine Partien eher im Roadrunner-Modus ab und so blieben auch hier Punkte auf der Strecke, die dort nicht unbedingt hätten liegenbleiben müssen. Eine Mixtur aus unseren beiden Youngstern wäre wohl die eleganteste Lösung für das leidige Zeitproblem. Ob wir die zwei demnächst im Labor antreffen werden? We will se... ;-) 

Fazit: 4 Punkte; DWZ +40

 

Zum Abschluss widmen wir uns noch unseren beiden größten DWZ-Gewinnern: 

Alexander Franz fand nach dem nicht ganz ideal verlaufenen BSGW-Open wieder zu alter Stärke und erzielte gegen seine ausnahmslos favorisierten Gegner beachtliche 50% der Punkte. Im Gegensatz zu seinen Mitstreitern holte er (nahezu) das Maximum aus seinen neun Partien heraus, sodass er vollends zufrieden auf seine Leistung zurückblicken kann.


Höhepunkte stellten dabei zweifelsohne die Punktgewinne (1,5/2) gegen seine 300 bzw. 400 Wertungspunkte stärkeren Kontrahenten dar. Hier gab es wahrlich nichts zu meckern, weiter so!       
Fazit: 4,5 Punkte, DWZ +101

Tobias Völk setzte unterdessen seinen kometenhaften Aufstieg fort und erzielte wie Alex die Hälfte der Punkte. Noch vor zwei Jahren wusste er gerade einmal wie die Figuren ziehen, jetzt lehrt er seinen Gegnern schon das Fürchten. Zwar verpasste auch er es, zwei seiner Gewinnstellungen in einen vollen Punkt umzumünzen, wodurch er zunächst einen punktemäßig ähnlich misslungenen Start wie Fabi vorzuweisen hatte, jedoch startete er ebenfalls in den letzten Runden so richtig durch und schnappte sich in den Schlussrunden „drei aus drei“. Durch den gerade noch rechtzeitig angezogenen Vollsprint auf der Zielgeraden heimste auch Tobi 4,5 Punkte ein, welche ihm ein sattes DWZ-Plus (80) einbrachten.

 

Gesamtfazit: Während meist gegen Ende eines Schachturniers den Teilnehmern die Puste ausgeht, so zeigten vor allem Fabi und Tobi, dass sie einen langen Atem haben. Nur so war es möglich, dass wirklich alle Talente glücklich und zufrieden Karlsruhe verlassen konnten. Dabei nahmen unsere sechs Reisenden insgesamt 26 Punkte und 373 DWZ aus Baden-Württemberg mit nach Hause – eine ordentliche Bilanz! Wäre die Stadt jetzt noch ein wenig einladender gewesen, könnten wir von einem in allen Punkten perfekten Ausflug sprechen. Spaß hats jedenfalls wieder einmal gemacht und wer weiß, wie es im nächsten Jahr aussieht - dann hoffentlich ohne Baustellen-Eldorado... ;-)  

 

Hier erfahrt ihr alles Wissenswerte rund um das C-Open mit David und Victor...

 

... und hier über das B-Open mit Jan, Fabi, Alex und Tobi. 

 

Alexander Kittler 

Breitenschachturnier BSGW-Open - positive Überraschungen für die Jäklechemie

10.04.16

 

Beim diesjährigen BSGW-Open versuchten sechs Talente ihr Glück beim Spiel um die Amateurschachkrone Erlangens (nur unter 2100 DWZ darf man teilnehmen). Dabei verlief das Turnier für jeden zumindest im angemessenen Bereich, es folgt eine kurze Übersicht:

 

Gefangen in der Schweizer Schaukel:

 

Das Problem, das ein 5-Runden-Turnier so mit sich bringt (wenn man nicht gerade ganz oben bzw. ganz unten gesetzt ist), besteht darin, dass man entweder gegen klar bessere oder klar unterlegene Gegner antreten muss.

 

Michael Effenberg und Alexander Franz hielten sich zwar gegen die jeweils favorisierten Gegner lange gut (auch im direkten Duell zwischen den Talenten!), am Ende lief es aber auf die nominell erwartbaren Ergebnisse heraus.

Michi landete am Ende mit 3 Punkten auf Rang 40, Alex mit 2 Punkten auf Platz 73.

Ging einen Schritt zurück, aber nicht, um Anlauf zu nehmen:

Dennis Adelhütte trat mit knapp 1900 DWZ als das nominell stärkste Talent an. Nach einem souveränen Sieg in Runde 1 kam er in den nächsten zwei Runden jeweils nicht über die Punkteteilung hinaus - Eröffnungen "sei dank".

 

Am letzten Tag gab es noch einen souveränen Sieg und eine Niederlage nach über 4 Stunden, bei dem er in Zeit im Endspiel das Remis wegwarf.

Damit landete Dennis mit 3 Punkten auf Rang 29.

Positive Überraschungen gibt es immer wieder:

 

Die übrigen drei Teilnehmer Paul Carl Kästlen, Tobias Völk und Jan Petermann können mit ihren Turnieren wohl sehr zufrieden sein:

Paul ging nach einer in der zweiten Mannschaft bereits sehr erfolgreichen Saison als (noch) DWZloser an den Start. Verlor er die ersten beiden Runden noch nach langen Kämpfen, so setzte er sich in der dritten Runde gegen einen 1200er und in der vierten Runde gegen einen 1500er (gegen den Dennis immerhin 4 Stunden benötigte) durch. In der letzten Runde unterlag er zwar noch einmal, aber das änderte nichts mehr an der beeindruckten Einstiegszahl von 1453 - Gratulation! 

Bei Tobi sah es zunächst auch nach einem Drama "a la Schweizer Schaukel" aus, nach einer Niederlage und einem Sieg erspielte er sich in der dritten Runde einen Sieg gegen den favorisierten Erlanger Jugendlichen Alexander Buzatu. Da machte es auch nicht mehr viel aus, dass er gegen einen 1800er und gegen den hauseigenen Michi Effenberg verlor.

Jan unterstrich seine derzeit sehr gute Form. Verlor er in der ersten Runde noch gegen "fast-2000er" Reza Amizi, so sollte dies auch seine einzige Niederlage bleiben. Seinen Pflichtpunkt holte er in Runde 2, remisierte gegen einen 1700er in Runde 3, um gegen einen weiteren in Runde 4 zu gewinnen. sein Turnier krönte er mit einem weiteren Remis gegen einen 1800er - ein starkes Turnier mit +66 in der DWZ-Bilanz, weiter so!

Tobi erspielte sich mit zwei Punkten den 71. Platz, Paul landete mit der gleichen Punktzahl sechs Plätze dahinter. Jan landete auf dem 37. Platz.

 

Ein gut organisiertes Turnier, welches aus unserer Sicht leider ohne Rating-Preis blieb. Aber keiner landete unter seiner Erwartung - nächstes Jahr rocken wir das Ding dann! :-)

 

Hier gelangt ihr zur Gesamtübersicht.

 

Dennis Adelhütte

Zwischen Geschenke auspacken und Feuerwerk zünden: Das 25. Erfurter Schachfestival

01.01.2016

 

Am 1. Weihnachtsfeiertag machte sich eine Reisegruppe bestehend aus mehreren Talenten  und einem Gast auf den Weg in die rund 230 km entfernte thüringische Landeshauptstadt. Nachdem am ersten Tag erfolgreich der Weihnachtsstress abgebaut wurde, ging es am 26.12. schon wieder in die Vollen: Traditionell fällt hier der Startschuss für das Senioren-, Haupt- und Meisterturnier. Das Amateurturnier beginnt stets am darauffolgenden Morgen.

 

 

Überblick Amateurturnier:

 

Victor Scholz (794 DWZ) - Es sollte sein bisher mit Abstand bestes Turnier werden: Gleich in der Auftaktrunde ließ er seinem > 500 DWZ stärkeren Gegner keine Chance und holte sich mit den schwarzen Steinen den ersten von insgesamt vier Punkten. In der Nachmittagsrunde sah es ebenfalls lange Zeit nach einer Überraschung aus, Victor konnte sich ein deutliches Übergewicht erspielen und setzte seiner Gegnerin merklich zu. Durch einen Blackout verlor er einen Turm und damit die Chance, mit '2 aus 2' einen Traumstart hinzulegen.

 

In den folgenden fünf Runden hatte er einerseits Pech mit der Auslosung (zwei vereinsinterne Partien), andererseits setzte er seine starken Leistungen, die sich schon seit Wochen andeuteten, beständig fort. Mit drei weiteren Siegen gegen eindeutig favorisierte Gegner, sicherte er sich nicht nur einen tollen 37. Platz - und damit eine Verbesserung um 43 Ränge gegenüber der Startposition - sondern auch ein enormes DWZ-Plus von 244 Punkten!

 

 

David Zeise (979 DWZ) - Unser in Erfurt jüngstes Talent machte nicht nur mit vielen lockeren Sprüchen auf sich aufmerksam, sondern vor allem mit sehr guten Partien. Gleich zu Beginn knöpfte er seinem vermeintlich überlegenen Gegner ein Remis ab: Nach einer starken Leistung verpasste er diesem ein Dauerschach, hätte zuvor sogar gewinnen können.

 

Im Anschluss an eine äußerst unglückliche Niederlage in Runde zwei (tolle Angriffsposition - Spieß übersehen), schnappte er sich den Sieg in der einzigen Partie, die er als Favorit bestreiten durfte.

 

Am vorletzten Tag stellte er dann die Weichen für sein bis dato bestes Ergebnis beim Erfurter Weihnachtsopen: Mit zwei schön herausgespielten Siegen holte er sich die Punkte 2,5 und 3,5. Zur Folge hatte dies Rang 51 und ein sattes DWZ-Plus (147)!

 

 

Alexander Franz (1374 DWZ) erzielte mit seinen 4 Punkten ein Ergebnis, mit dem er eigentlich zufrieden sein könnte, hätte er dieses nicht bereits nach fünf der insgesamt sieben Runden vorweisen können.

 

Nach zwei Favoritensiegen und einer Niederlage zum Auftakt, holte er sich seinen dritten Punkt in einem stets auf der Kippe stehenden Vereinsduell gegen Victor. 

 

Seine auf dem Papier überlegene russische Gegnerin zerlegte Alex daraufhin in Runde 5 nach einem perfekten Spiel in knapp 20 Zügen und stand somit auf einem zwischenzeitlichen 9. Platz! Dann verließ ihn aber in den beiden letzten Runden die Konzentration: Durch vergleichsweise einfache Fehler verpasste er eine Top-Platzierung, die absolut machbar gewesen wäre! Schade ...

Nichtsdestotrotz eine gute Leistung, auf der es aufzubauen gilt. Am Ende stand für Alex ein 30. Rang, der in etwa genau dem entspricht, was die DWZ-Rangliste von ihm erwartet hatte.

 

 

Tobias Völk (1288 DWZ) erwischte mit '3 aus 4' zunächst einen guten Start: Genau wie Alex erspielte sich Tobi zwei Favoritensiege und verlor in der zweiten Runde gegen einen der Turnierfavoriten, bevor er in seiner vierten Partie die Nummer 1 der Rangliste souverän bezwingen konnte!

Mit diesem Erfolg im Rücken wollte er sich für Alex' erste Niederlage revanchieren: Seinem eigentlich gut gespielten Königsangriff fehlte die gewinnbringende Idee und so musste er sich zunächst mit einem ausgeglichenen Endspiel begnügen. Leider konnte seine Gegnerin erneut ihren Kopf aus der Schlinge ziehen und die Partie letztlich für sich entscheiden - wie zuvor schon gegen Alex.

 

Nach einer unnötigen Niederlage in Runde 6 mit ursprünglich zwei Mehrbauern, kam es zum Turnierabschluss zum zweiten Vereinsduell - wieder hieß einer der Protagonisten Victor Scholz. Dieses Mal hatte Victor das bessere Ende für sich und so musste sich Tobi mit 3 Punkten und einem 56. Rang zufrieden geben. Ärgerlich, denn auch hier wäre deutlich mehr möglich gewesen!

 

 

Marcel Popp (762 DWZ) - Ein bisschen enttäuscht war nach der Schlussrunde Marcel: Zwar holte er in der 5. Runde einen Punkt gegen seine favorisierte Gegnerin, was ihm auch einen kleinen DWZ-Gewinn ermöglichte, jedoch war bereits zu diesem Zeitpunkt der ein oder andere Punkt auf der Strecke geblieben.

 

In allen Partien spielte Marcel bis zu einem bestimmten Zeitpunkt saubere Partien und konnte sich sogar mehrmals Gewinnstellungen erarbeiten, jedoch spielte ihm meist die mangelnde Erfahrung einen Streich. Wenn er in 366 Tagen auf das dann 26. Erfurter Schachfestival zurückblickt, sieht die Welt aber schon wieder anders aus! Endergebnis: 2 Punkte, 84. Platz 

 

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Überblick Hauptturnier:

 

Sebastian Kraus (1861 DWZ, 1700 ELO) - Wenn man sein Turnier mit wenigen Worten beschreiben müsste, würde so etwas wie "Grandios gestartet, durch unnötige Punktverluste aus dem Tritt gekommen" wohl am ehesten zutreffen. Nach drei Siegen und zwei Remisen befand sich Seba ungeschlagen in der Spitzengruppe. Einzig der Umstand, dass er in seiner vierten Partie den Gewinnweg eigentlich gesehen, dann aber umgehend wieder verworfen hatte, war zu diesem Zeitpunkt ärgerlich.

Nach einem weiteren Remis in der 6. Runde durfte er mit 4,5/6 noch immer von einer vorderen Platzierung träumen. Doch die letzten beiden Partien brachten nicht mehr die erhoffte Aufstockung des Punktekontos: Zwei ärgerliche Niederlagen trübten schließlich die Freude über ein eigentlich sehr gutes Turnier: Mehr als 50% der Punkte gegen einen Gegner-Schnitt von rund 1900 DWZ und eine ELO-Performance von über 2000 sind hierfür gewichtige Argumente!Endergebnis: 4,5 aus 8, 36. Platz, DWZ +30, ELO +122

 

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Überblick Meisterturnier:

Unsere Reisebegleitung Fabian Eber (SGem Fürth) erwischte zunächst einen Alptraum-Start: Nur ein halber Punkt aus den ersten drei Partien stand für ihn zunächst zu Buche. Doch am dritten Turniertag fand er dann in die Spur - und er wurde noch zum erfolgreichen Punktesammler. Mit zwei weiteren Remisen und drei Siegen erzielte er ein Ergebnis, das in etwa seiner Erwartung entsprach: 4,5 Punkte, 64. Platz.

Wir möchten uns an dieser Stelle für die angenehmen Tage bedanken und wünschen 'Fepsi' und seiner SG weiterhin alles Gute! 

 

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Überblick Seniorenturnier:

 

Hierfür waren wir (noch) etwas zu jung ... ;-)

 

 

Schachliches Fazit: Mit dem Turnierverlauf können wir durchaus zufrieden sein, auch wenn wir an einigen Stellschrauben sicher noch drehen können. Die Enttäuschung über das ein oder andere Einzelergebnis wird sicher verfliegen, wenn man mit etwas Abstand auf die schachliche Leistung zurückblickt, die bei allen Beteiligten durchweg positiv zu bewerten ist!

 

 

Das "Drumherum": Wir blicken zurück auf sechs ereignisreiche Tage in einer nahezu perfekten Umgebung, mit schönem Hotel und angrenzender Altstadt, die alles bietet, was das Wohlbefinden benötigt. Unsere kleine Reisegruppe hat auch hier wieder näher zueinander gefunden und sich eher enttäuscht darüber gezeigt, als es am Ende des Tages wieder hieß: "Koffer packen".

 

In diesem Sinne: Alle Jahre wieder ... bis zum nächsten Jahr! 

 

Alexander Kittler

Talente auf Zabo- und Forchheim-Open

06.10.2015

 

Beim Zabo-Open bzw. der Nürnberger Stadtmeisterschaft traten mit Thomas und Sandra Roß, Dennis Adelhütte, Philipp Junk sowie den beiden Jugendlichen Tobias Völk und Alexander Franz sechs Talente an, um den Verein würdig zu vertreten.

 

In der Stadtmeisterschaftswertung hatten wir dabei leider nicht viel mitzureden und auch sonst lief das Turnier eher durchschnittlich, einzig Alex und Tobi landeten über ihrer Erwartung. Alex erzielte seinen Pflichtsieg und erspielte sich zwei Remisen gegen zwei stärker eingeschätzte Gegner (DWZ-Unterschied von 100 bzw. 300!). Tobi nahm sogar einem 400 Punkte überlegenen Gegner ein Remis ab und holte seinen Pflichtsieg. Damit gabs ein DWZ-Plus von 49 bzw. 48 - weiter so!

 

Sandra erwischte kein gutes Wochenende und nach einer Niederlage in der 2. Runde lief für sie nicht mehr wirklich viel zusammen; Thomas, Dennis und Philipp spielten alle ziemlich genau gemäß ihrer Erwartung.

 

Ergebnisse:

 

Zabo-Open (5 Runden, 107 Teilnehmer):

25. Thomas Roß, 3 Punkte

26. Dennis Adelhütte, 3 Punkte

42. Philipp Junk, 3 Punkte

75. Alexander Franz, 2 Punkte

80. Sandra Roß, 2 Punkte

87. Tobias Völk, 1.5 Punkte

 

 

Beim Forchheim-Open zwei Wochen später spielten Dennis Adelhütte und Dieter Sroka im B- bzw. im C-Open mit.

 

Dennis - an Position 15 gesetzt - konnte die erste Runde nach positionell lange sauberer Partie am Ende trotzdem nur beschwerlich gewinnen, da er in Zeitnot in ein trotz Mehrbauer mehr oder weniger totremises Endspiel abwickelte. Als bei beiden die Zeit nach dem 40. Zug wieder knapp wurde, ließ der Gegner Chancen auf Gegenspiel zu und verlor prompt einen Turm.

 

Auch am zweiten Tag behielt Dennis seine weiße Weste und gewann beide Partien - in der ersten gewann er bereits im 15. Zug eine Qualität, wobei er hier bereits einen partieentscheidenden Mattangriff hätte starten können. Er verlor in Folge völlig den Faden und stand auf einmal nach einigen ungenauen Zügen auf Verlust.

 

Die Gewinnkombination übersah der Gegner und so konnte die Talente (mit mehr Glück als Verstand) einen Turm gewinnen und damit die Partie für sich entscheiden.Nachmittags wars ein bisschen smoother und nach einem vom Gegner falsch behandelten Franzosen wurde solange Druck gemacht, bis die Stellung zusammenbrach. 3/3!

 

Bereits in Runde 4 an Brett 1 spielend zerlegte Dennis seinen eigentlich favorisierten Gegner in 25 Zügen aus der Eröffnung heraus - erst Bauer mehr, im Anschluss sehr gute Stellung, folgerichtig eine Qualität gewonnen, um im 25. Zug Matt zu setzen. Was eine Vorbereitung so alles bringt...

 

Situation vor der letzten Runde: Dennis und Robert Wagner (SC Forchheim) hatten als einzige 4/4 und wurden gegeneinander gelost. Der Sieger würde das Turnier gewinnen, bei einem Remis könnte dank der Feinwertung noch an beiden vorbeigezogen werden. So kam es am Schluss nach dramatischem Verlauf auch: Dennis verhaute die Eröffnung und stand bereits nach dem 10. Zug sehr schlecht.

 

Der Gegner wickelte im Anschluss in ein Endspiel ab, in welchem Dennis auf einmal Gegenspiel hatte - Gewinnstellung für Talente nach dem 40. Zug. Die Chancen wurden aber nicht genutzt und in der zweiten Zeitnotphase wurde sich, nachdem Dennis zwischendurch wieder auf Verlust stand, auf Remis geeinigt (in einer 0,00-Stellung).

 

Am Ende landete Dennis dann auf dem 3. Rang und holte Bronze - 4 bzw. 8 Feinwertungspunkte (Zweitwertung: Gegnerschnitt) hinter Platz 1 und 2, Robert undankbarerweise auf Platz 4. Schade, aber trotzdem ein gutes Turnier - und ein DWZ-Plus von 46 kann sich ja auch sehen lassen...

 

Dieter Sroka - im C-Open an 3 gesetzt - gehörte zu den Favoriten. Er tat sich nach der etwas längeren Langzeitpause jedoch etwas schwer und erst als sein Erstrundengegner etwas plump eine Figur einstellte, war es nur noch Formsache.

 

In Runde 2 hatte Dieter wie Dennis das Glück des Tüchtigen, mit dem Unterschied, dass er nie wirklich besser stand und auf einmal zwei Bauern hinten war. Das Weiterkämpfen lohnte sich aber und mit ein wenig Getrickse gewann er die Partie doch noch.Nachmittags gewann er einen Bauern, um im komplizierten Springer-gegen-Läufer-Endspiel einen Bock zu schießen und den Punkt ganz abzugeben.

 

Danach war bei Dieter ein wenig die Luft raus und er leistete sich (auch krankheitsbedingt) zwei relativ schnelle Remisen. Damit sprang am Ende Platz 19 und ein kleines DWZ-Minus (-6) raus.

 

Ergebnisse:

 

Forchheim-Open (5 Runden):

(B) 3. Dennis Adelhütte, 4.5 Punkte

(C) 19. Dieter Sroka, 3 Punkte

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1. Jugendmannschaft

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